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Martin Wurm: Bayerns bester Dachdecker kommt aus Fürholz
Landessieg errungen - Ehrung im Nürnberger Opernhaus - Bei Fa. Heinz Gaass, Grainet beschäftigt
Wenn er einem auf's Dach steigt, dann ist Arbeit mit Qualität angesagt: Dachdecker Martin Wurm ist bayerischer Landessieger geworden.
Es ist gar nicht so klar, wer sich über diesen Erfolg, der da nach Niederbayern gegangen ist, mehr
freut: der fähige Handwerker selbst, sein Chef Heinz Gaass, seine Eltern und der Bruder daheim in Fürholz oder die Berufsschule in Waldkirchen mit ihrem Dachdecker- Ausbildungszentrum. Stolz ist er
auf jeden Fall, der 19- Jährige, dass seine dreijährige Ausbildung nun so gute Früchte gezeigt hat. Dabei ist Martin Wurm beileibe nicht mit dem Ziel, Dachdecker zu werden, aus der Hauptschule
hervorgegangen. "Mein Praktikum in der Schulzeit hab ich als Maurer gemacht", erzählt er beim Besuch in der
Lokalredaktion der Passauer Neuen Presse. Und er schmunzelt; denn genau in diesem Haus, wo jetzt die PNP in
Waldkirchen untergebracht ist und wo er nun interviewt wurde, hat er vor etwa vier Jahren bei der Haussanierung
mitgearbeitet. Als Schüler hat er dann auch noch ein Mechaniker-Praktikum in einer KfZ- Werkstatt gemacht.
Erst ein Ferienjob, den er bei Heinz Gaass' Betrieb für Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik in Grainet bekommen hat,
ließ Martin Wurm berufsmäßig umdenken. Und Heinz Gaass hat ihm eine Ausbildungsstelle angeboten, als Papa Johann mit
Martin vorgesprochen hat. "Das war ein gute Wahl" berichtet Heinz Gaass heute - mit Blick auf den Einsatz von Martin
Wurm in seiner dreijährigen Ausbildungszeit und mit diesem Erfolg nun im Rücken. Gaass: "Endlich hat's auch einmal einer
unser ohnehin guten Berufsschüler aus der Bayerwaldregion geschafft". Denn seit Bestehen der Dachdeckerschule in Waldkirchen seien die Landessiege immer nach Schwaben, Franken oder Oberbayern gegangen.
Natürlich hat Martin Wurm, der ruhige junge Mann, der hobbymäßig gern im Rehberger Schützenverein "Birkenwald" ins
Schwarze trifft und bei der Fürholzer Feuerwehr aktiv dabei ist, auch etwas für sein gutes Abschneiden im Beruf getan. Bei
Gaass - wo 25 Prozent der Mitarbeiter Auszubildende sind - holte er sich nach und nach die praktischen Fähigkeiten und im
regelmäßigen Rhythmus dazu standen die Blockunterrichteinheiten in der Berufsschule. Dazu kamen dann auch noch die
Ausbildungsabschnitte am bayerischen Dachdeckerausbildungszentrum, etwa elf Wochen pro Jahr. "Das war schon fein,
dass ich die guten schulischen Voraussetzungen praktisch direkt vor der Haustür gehabt habe", meinte der frischgebackene
Landessieger zu dem Umstand, dass Waldkirchen die bayerische Hochburg des Dachdecker-Handwerkes ist.
Ob Ziegel-, Schiefer- oder Faserzementabdeckung, Flachdachgestaltung und Fassadenverkleidung, Spenglerarbeiten mit
Kamineinfassungen, Zimmererarbeiten und Holzbau - die Dachdeckerausbildung ist vielfältig. Und nach drei Jahren ging es
zum Abschluss der Ausbildungszeit auf die Prüfung zu, die er mit Bravour gemeistert hat. Mit seinem ausgezeichneten
Abschneiden qualifizierte er sich auch für den Wettbewerb der Handwerkerjugend, der jedes Jahr auf Innungs-, Kammer-,
Landes- und Bundesebene stattfindet. Weil auch auf überregionaler Ebene die Jury von Wurms Arbeit so angetan war, gab es als Lohn des Landessieg.
Zusammen mit Lehrmeister Heinz Gaass nahm er im Nürnberger Opernhaus die Auszeichnung für den Landessieg entgegen.
Damit ist der Niederbayer - er arbeitet derzeit im Gaass'schen Zweigbetrieb in Eggenfelden - auch für den Bundesentscheid
qualifiziert, der am 12. und 13. November in der Dachdeckerschule Lehesten in Thüringen stattfindet. Da wird der
Fürholzer eine Arbeitsprobe angehen müssen, die er frei wählen kann (die "Kür" sozusagen) und zwei weitere
Arbeitsproben werden "zugelost ("Pflicht"). "Wir drücken ihm natürlich schwer die Daumen", so auch Günther Terhart von
der Waldkirchner Berufsschule. Dort wird er die nächsten Tage auch noch für diesen Entscheid üben.
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